Physikalische Größen


Eine (physikalische) Größe ist eine messbare (physikalische) Eigenschaft. Das Messen gehört zur Physik und Messen bedeutet, mit einem festgelegten Standard vergleichen. Zunächst muss man sich aber klar werden, welche Größen man überhaupt braucht, um die Natur zu vermessen. Drei sehr anschauliche Größen und ihre Standards sind die Länge (Standard: das Meter), die Masse oder Stoffmenge (Standard: das Kilogramm) und die Zeit oder Dauer (Standard: die Sekunde).
Lange Zeit wurden Längen nach sehr willkürlichen Standards gemessen, z.B. den berühmten Ellen. Sie waren fast in jeder Stadt verschieden. In der Zeit der Französischen Revolution setzte sich der Wunsch durch, Standards von einer natürlichen und auf der ganzen Welt gleichen Größe abzuleiten. Nach langer Diskussion wurde für die Länge dazu der Erdumfang gewählt. Nun musste also unter großen Mühen der Erdumfang vermessen werden, natürlich in alten Einheiten. Dazu wurde die Entfernung von Dünkirchen über Paris nach Barzelona gemessen und auf den Erdumfang umgerechnet. Der vierzigmillionste Teil dieses Umfangs wurde zum neuen Längenstandard, zum Meter. Das Ergebnis dieser Messung wurde auf einem Platinstab durch zwei Kerben festgehalten. Diesen Stab nennen wir heute das Pariser Urmeter. Ganz ähnlich wurden als Standard für die Stoffmenge ein Kilogramm (Ein Kilogramm ist die Stoffmenge in einem Kubikdezimeter Wasser.) und als Standard für die Zeit die Sekunde (Eine Sekunde ist der 86400te Teil eines Tages) festgelegt. Lange Zeit konnte man mit diesen Standards gut leben. Erst die sehr genauen Messungen im zwanzigsten Jahrhundert erforderten neue Standards.